Ensemble l'Autre mOnde

Duality- Werke englischer Komponisten

Bleibt es sinnvoll in Gegensätzen zu denken? Und wie hören sich musikalische Gegensatzpaare heute überhaupt an?

Das junge Ensemble l’Autre mOnde, in der Barockmusik wie auch in der zeitgenössischen Aufführungspraxis gleichermaßen zuhause, stellt in Frankfurt sein Programm mit neuen und alten Werken vor. „Duality“, das Prinzip der Dualität, zeigt sich in harmonischen Paaren oder als Gegensatz, als Körper und Geist, als 1 und 0, als Spannung und Entspannung, als eines der Grundprinzipien des Lebens, und somit auch als Grundprinzip der Musik.

Im Sinne einer breiten Betrachtung unterschiedlicher Aspekte von Dualität werden uns bei diesem Konzert alt bekannte Paare, wie Venus und Adonis oder Astrophil und Stella begegnen. Dann wieder trifft die Musik auf neue Gegensätze, etwa die Gegenüberstellung des Stückes Chacony von Henri Purcell mit einem gleichnamigen Werk des Komponisten Benjamin Britten.

Bei aller dualen Aufstellung folgt das Konzertprogramm jedoch auch einer geschlossenen inneren Dramaturgie: Den Auftakt bildet eine Ouvtüre aus der Oper Venus und Adonis, geschrieben Ende des 17. Jahrhunderts von dem Engländer John Blow. Hierauf folgt das Paar Astrophil und Stella, nun jedoch in einer Vertonung aus dem beginnenden 21. Jahrhundert. Dass sich äußerste emotionale Gegensätze auch hinter derselben Form verbergen können, zeigen die beiden Chacony benannten Stücke von Henry Purcell und Benjamin Britten. Die Musiker begeben sich auch in unruhiges Fahrwasser mit den beiden Kompositionen the tempest. Und schließlich versöhnlich, der ‚Ariel song‘ in doppelter Variation. Aber auch hier geht es wieder um die Spannung zwischen alt und neu. Dem Lied des bereits gespielten Henri Purcell steht eine Neuvertonung aus dem Jahre 2009 durch den Komponisten Orlando Cough gegenüber.

„Duality“ wird dem künstlerischen Anliegen des 2010 gegründeten Ensembles vollauf gerecht: Alte und Neue Musik sollen einen Dialog antreten, das Alte aus der Sicht des Neuen lebendig werden, das Neue durch das Alte zugänglich und verständlich werden. Dabei erprobt das Ensemble immer wieder neue Formen der Präsentation von Musik, mit Improvisation wie auch mit theatralischen Elementen.